Sebastian-Nicaragua

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Aktuelles

20. Oktober 2009

(Kurzer Einwurf: Ich habe die Bilder-Galerie nun etwas anders strukturiert und hoffe sie somit noch attraktiver fuer die Besucher gemacht zu haben :-) )

Nun sind fast eineinhalb Monate seit meinem letzten Eintrag vergangen und es hat sich wieder sehr sehr viel getan hier in La Paz Centro. Aber der Reihe nach.....

September war gepraegt von den grossen Fiestas (Feste), vor allem der Fiestas Patronales. Dies sind Feste zu Ehren der Schutzheiligen. Jede/s Stadt/Dorf hat seinen eigenen Schutzheiligen und der wird einmal im Jahr einen Monat lang verehrt und befeiert. In unserem, oder besser im Falle La Paz Centros war dies der Monat September. Unser Schutzpatron hier ist. „San Nicolas de Tolentino“. Insgesamt gingen die Feste vom 29. August bis zum 01.Oktober 2009 und waehrend dieser Zeit kamen Gaeste aus allen Teilen des Landes hierher und es war richtig viel los auf den Strassen La Paz Centros. Inhalt der Feste waren z.B. der Umzug der Kandidatinnen fuer die „Reina de las Fiestas Patronales“ (Koenigin der Fiestas Patronales), Umzug mit einer Art Puppe und einem Bild von „San Nicolas de Tolentino“, Stierhatz durch die Strassen La Paz Centros (aehnlich wie in Pamplona, Spanien), Prozessionen, Messen, unzaehlige und fast jeden 2. Tag stattfindende „Corridas de Toros“ (Stierkaempfe mit anschliessendem Stierreiten), viele Partys in der stadteigenen „Cancha“ (ein Platz, bestehend aus 2 Basketballfeldern, welcher normalerweise der koerperlichen Ertuechtigung dient, und eben mal kurzerhand zu einem Partyort umfunktioniert wurde), einem „desfile Hípico“ (Pferdeparade mit Vertretern aus dem ganzen Land), die Kroenung der Reina de las Fiestas Patronales in einer stundenlangen Prozedur und Auswahlverfahren (die Kandidatinnen mussten sich vorstellen; mehrmals halbnackt zu diversen, mehr oder weniger traditionellen Liedern tanzen; Fragen beantworten, wie etwa, was die Stadt und Region La Paz Centro fuer sie bedeutet; um somit die Jury auf ihre Seite ziehen zu koennen). Begleitet wurde dies alles von taeglichen lauten Boellergeknalle und von einem Art Freizeitpark (Karussell, Riesenrad, etc., aber nicht vergleichbar mit europaeischen Sicherheitsstandards) fuer Kinder auf dem Plaza Central. Wie man sehen kann war hier fast einen Monat jeden Tag Party angesagt. Die Schule war fuer eine Woche geschlossen, teilweise war arbeitsfrei und die Leute hier hatten nur „ihre“ Feste im Sinn. Auf jeden Fall hat es Spass gemacht dies alles mal miterleben zu duerfen und zu sehen wie die Leute hier feiern koennen. Auf der anderen Seite muss ich aber sagen, dass in diesem Monat auch unglaublich viel Alkohol und Rhum konsumiert wurde und man eigentl.taeglich mit besoffenen Leuten konfrontiert wurde. Sicher gibt es dies auch in Deutschland, nur scheinen viele Leute hier keine Grenzen zu kennen, soll heissen, hier wird soviel gedrunken, bis man nicht mehr zurechnungsfaehig ist. Und zwar trifft das auf sehr sehr viele Leute hier zu.

(Einige Bilder zu den Fiestas Patronales findet ihr in der Rubrik "Bilder", ganz unten! Es werden noch mehr folgen)

Ausserdem gab es im Monat September auch einige Feste innerhalb der deutschen Freiwilligen und des Projekt. So feierten Patricia, unsere Doktorin Maricela Cáliz und ich unsere Geburtstage. Fuer die Projektmitarbeiter und die deutschen Kooperanten gab es daher in der Mittagspause Kuchen und Getraenke und beim gemeinsamen Zusammensein wurde ueber dies und das geplaudert. Patricia und ich feierten unsere Geburtstage aber natuerlich noch ausgiebig abends zusammen mit einigen nicaraguanischen Freunden (Roosevelt, Julio, Marvin, etc.).

(Bilder davon gibt es auch in der Rubrik “Bilder”)

Der September war aber leider auch ein Monat des Abschieds. Ende September verliesen uns Patricia und Johannes, da sie ihren einjaehrigen Freiwilligendienst bereits absolviert hatten. Um diese beiden ist es vor allem schade, weil unsere „neue“ Gruppe (Sarah, Tina, Ophélie, Lena, Tim, Kevin, Daniel, Tobias und ich) mit den beiden sehr sehr gut ausgekommen sind und uns mit ihnen gut angefreundet haben. Fuer mich persoenlich, da ich mir mit ihm einen Monat ein Zimmer teilte, war Johannes sehr wichtig. Er konnte mir sehr viel vom Leben La Paz Centros, von der Stadt und der Art der Leute hier beibringen bzw.zeigen. So machte ich mit ihm zum Beispiel noch kurz vor seiner Ausreise eine Radrundfahrt durch La Paz Centro und lernte so mehr ueber die Stadt kennen, in der ich ja fuer ein Jahr lebe. Darueberhinaus, lernte ich mit seiner Hilfe unheimlich viele Leute kennen, welche nun auch bereits groesstenteils zu meinen Freunden gehoeren. Mit Johannes teilte ich auch die Leidenschaft Fussball und so konnte ich durch ihn sofort eine Mannschaft finden und in der ich nun spiele. Durch seine Kontakte konnte er mir sowohl was Fussball aber auch das Leben abseits des Spielfeldes betrifft, so manch guten Tipp geben. Das Hervorragende ist, dass wir sehr viele gemeinsame Ansichten auf verschiedenen Ebenen hatten, viele gleiche Interessen hatten und man mit im immer den ein oder anderen (teils auch derben) Witz reissen konnte. Mit ihm habe ich auch jetzt immer noch per Skype Kontakt. Er hat uebrigens vor in einem halben Jahr wieder nach Nicaragua zu kommen um hier zu leben.

Anfang September (genaugenommen am 04. September) bin ich in meine Gastfamilie gezogen, in der zuvor bereits Johannes wohnte und mit ihm teilte ich mir bis zu seiner Ausreise am 29. September ein Zimmer. In der Familie Munguia leben neben meiner Gastmutter Mercedita und meinem Gastvater Arturo noch der Neffe meiner Mutter, Faustino, und die Nichte Flor. Das Gute ist, dass gegenueber unseres Hauses die Mutter und der Bruder (mit Frau und Kind, sowie einem Neffen, Silvio) meiner Gastmutter wohnen und in diesem Haus mit Sarah eine deutsche Freiwillige untergebracht ist. Man kann sagen, wir sind eine richtig grosse Familie, da einem im wahrsten Sinne des Wortes einem immer die Tueren offen stehen. Im Haus der Oma wird auch immer das Mittag- oder Abendessen zubereitet und man verbringt oft Abende miteinander. Einfach eine Familie nur auf zwei Haeuser verteilt. Ausserdem besteht unser ganzer Strassenzug aus den Familien Munguias, die mehr oder weniger mit meiner Gastfamilie verwandt sind. Jeder, obBus- oder Taxifahrer, weiss somit sofort wo man wohnt, sobald man “dónde las Munguias!” (“zu den Munguias”) sagt. :-)

Bisher fuehle ich mich in meiner Familie sehr wohl. Alles ist sehr locker und meine Gastfamilie sehr offen, gespreachig, interessiert und sie lassen mir sehr viele Freiheiten. (Mag auch daran liegen, da beide noch relativ jung sind). Meine Gasteltern wollen nun auch anfangen Englisch zu lernen und ich soll als ihr Lehrer fungieren. Das Essen ist hier total lecker, wenn auch fuer mich zu wenig, so dass ich mir schon immer noch ne Portion extra kaufen muss. Auch laeuft bereits morgens ab 7.00 der Fernseher, wobei, so scheint es mir, hier das normal ist, da die meisten Familien dies so handhaben und der Fernseher einen wichtigen Platz einnimmt. Dies kann ich mir allerdings nur so erklaeren, dass hier einfach die meisten Leute arbeitslos sind und sie somit die Zeit „totzuschlagen“ versuchen. Nun, da Johannes ausgezogen ist, habe ich mein Zimmer, welches sehr geraeumig ist fuer hiesige Verhaeltnisse, fuer mich alleine. Auch sonst fehlt es mir in der Familie an nichts, ist sie doch eine der etwas wohlhabenderen Familien hier in La Paz Centro.

Am Samstag, den 12. September, besuchte uns dann unser deutscher Mentor in Nicaraua, Manfred Bienert, der in der Hauptstadt Managua lebt und Entwicklungshelfer ist, im Projekt „Casa de la Mujer“. In unserem Rancho des Projektes fand dann ein Seminar statt. Nach einer Vorstellungsrunde haben wir uns intensiv mit der persoenlichen Arbeit hier in La Paz Centro auseinandergesetzt. Jeder Einzelne stellte seinen Arbeitsplatz vor und erklaerte positive wie negative Seiten an diesem. Anschliessend wollte Manfred dann noch ausschliesslich positive Seiten bzw. Eigenschaften der Nicaraguaner wissen (bekam er doch in den letzten Seminaren hauptsaechlich negative Eigenschaften der Nicas mitgeteilt). Abschliessend haben wir (die deutschen Freiwilligen) ihn dann noch zum Essen in die „Santa Ana“ (eine Art Restaurant) eingeladen.

Am Donnerstag, den 17. September begleitete ich dann, zusammen mit Tina und Melanie, zwei Capacitadores nach Papalonal um der dortigen Capacitacion beizuwohnen. Dadurch wollte ich mal einen kleinen Einblick in die Arbeit anderer Freiwilliger bekommen. Das Thema dieser Capacitacion (Fortbildung) war intrafamiliaere Gewalt und war zugleich die Abschlusscapacitacion fuer die anwesende (Frauen-) Gruppe, die zum Schluss auch Zertifikate erhielten.

Am Anfang wurde ein sehr guter Film ueber die haeusliche Gewalt von Maennern an Frauen in Nicaragua gezeigt. Symbolisch, ergreifend und erschuetternd dargestellt durch Maenner hoch zu Ross und den Frauen die unter Traenen von den Misshandlugen durch die eigenen Ehemaenner in diesem, vom Machismo gepreatem Land, berichteten. Anschliessend sollten die Frauen ihre Eindruecke schildern und umso trauriger war es dann, als die eine oder andere darueberhinaus noch von ihrem eigenen Schicksal und den selbst erlebten Misshandlungen unter Traenen berichtete und somit das im Film gezeigter nur bestaetigen konnten. Einer Frau wurde das Ganze sogar zu viel und noch waehrend des Filmes verabschiedete sie sich. Fuer mich war dies richtig erschuetternd, kannte ich sowas doch zuvor meist nur aus Erzaehlungen. Trotzdem oder gerade deswegen, eine Erfahrung, die ich nicht missen moechte!

Auch habe ich nun schon zweimal an sogenannten „Talleres“ teilgenommen. Dies sind Versammlungen der gesamten Lehrerschaft von La Paz Centro, in denen Unterrichtsplaene erstellt werden, Evaluationen durchgefuehrt werden, sinnfrei Textpassagen aus Unterrichtbuechern ABGESCHRIEBEN (!!!) werden und bei denen man am Anfang um 8.00 morgens eine Radioansprache des Bildungsministers von Nicaragua hoeren „darf“. Diese Versammlungen finden immer am letzten Freitag im Monat statt.

 

01. September 2009

So nun bin ich also fast schon einen ganzen Monat hier in La Paz Centro, Nicaragua. Und ich bereue es ueberhaupt nicht hier hergekommen zu sein, auch wenn es momentan in der Schule gerade nicht leicht ist, aber dazu spaeter mehr.

Zusammen mit Lena, Ophélie, Tim, Kevin, Sarah und Johannes, war ich vor 2 Wochen in Managua, der Hauptstadt Nicaraguas. Dort mussten wir unser Visum fuer das Jahr, das wir hier verbringen, beantragen und haben auf diese Weise bereits ein bisschen die Stadt kennengelernt. Leider zog sich die Angelegenheit mit der Botschaft etwas hin, zumal wir noch die franzoesische Botschaft aufsuchen mussten, da Ophélie einen franzoesischen Pass besitzt, so dass wir nicht mehr die Moeglichkeit hatten, uns mehr anzuschauen. Es war echt heftig, den Gegensatz zu sehen: Auf der einen Strasseneite die grossen Banken, strengestens bewacht von Polizisten mit geladenen Waffen, super schoen gebaut, mit glaesserner Fassade, sehr sauber, man koennte sagen, beim betreten hat man sich nach Europa zurueckversetzt gefuehlt. Und auf der anderen Strassenseite arme Menschen, deren Huetten mehr oder weniger Baracken gleichen, die zerrissene Klamotten tragen und als Besitz vielleicht Huehner und ein Pferd ihr Eigenen nennen koennen. Darueber hinaus ist Managua eine sehr haesslige Stadt ohne richtiges Zentrum, das sehr doerflich wirkt. Auf der Rueckfahrt nach La Paz Centro wurden wir dann und ich zum ersten Mal Zeuge eines Diebstahls, vor welchen uns unsere Organisation gewarnt hat und die dort (eigentl. ueberall) passieren: Ein junger Nicaraguaner entriss einer Dame im Bus so schnell und energisch die Handtasche, dass wir nur noch verdutzt schauen konnten, ehe wir in aus dem Bus springen und davonlaufen sahen. Auch die Bemuehungen des Busfahrers und der Einsteigenden Fahrgaeste halfen nichts… Ja,  sowas kann wirklich verdammt schnell gehen und man sollte immer sehr sehr vorsichtig mit seinen (Wert-)Sachen sein und sie immer im Auge behalten (festhalten).

Tags darauf (das war Donnerstag vor 2 Wochen) hat die Schule “Mercedes Mayorga”, an der ich arbeite einen Schulausflug ins benachbarte Dorf Momotombo gemacht um dort die “Ruinas de León Viejo” (Ruinen des alten León), die auch Weltkulturerbe der UNESCO sind, zu besuchen. Es war wirklich interessant zu erfahren, dass die Stadt León, welche sich heute weiter im Norden befindet und DIE Universitaetsstadt hier ist, von einem Vulkanausbruch verschuettet wurde und sie daher an einem anderen Ort einfach neu aufgebaut wurde. Auf der anderen Seite koennen mich irgendwie solche alten Steinhaufen wenig begeistern. Nichtsdestotrotz, den Kindern hats gefallen und nach einem ganz ganz kurzen Abstecher zum Strand des Lago de Managua (Managuasee) ging es dann am Mittag wieder zurueck nach La Paz Centro. Fuer Lena und mich fiel der Unterricht dann am Nachmittag ins Wasser.

(Bilder hierzu gibt es unter der Rubrik “Bilder”)

 

Am Samstag vor einer Woche hat dann unsere Gruppe zusammen mit einer Gruppe befreundeter Nicaraguaner den Vulkan El Hoyo bestiegen. Dies hatte sich Nina zum Abschied gewuenscht, da sie uns am vergangenen Montag verlassen hat. Die Gruppe bestand aus: Nina, Kevin, Tim, Melanie, Patricia, Marvin, Roosevelt, Julio, Francisco, Tomasito, Ophélie, Johannes, Lena, unserem Fuehrer und mir.

Wir trafen uns also bereits um 5.00 Uhr morgens (!!!) um uns auf den Weg zu machen. Man muss sich das vorstellen, 5 Leute plus unserem Fahrer Sergio vorne in der Camionetta (der Kombiwagen des Projekts) und 10 Leute hinten auf der kleinen Ladeflaeche!!!! Das war ein Spass…

Nun gut wir verliessen uns dann auf unseren Guide (Fuehrer), den eigentl. sollte der ja den Weg kennen und uns sicher den Vulkan hinauf fuehren. Also fuhren und fuhren wir…der erste Feldweg war es nicht….der zweite auch nicht,…..und der dritte auch nicht….und so ging es immer weiter… Letztlich folgten wir dann der Wegbeschreibung eines Bauern, der gerade dabei war sein Feld zu bestellen. Also fuhr uns Sergio solange bis es (fuer die Camioneta) nicht mehr ging. Und den Weg dorthin muss man sich mal vorstellen…Die Feldwege in Deutschland sind 3 Mal besser als der den wir gefahren sind. Jeder Deutsche wuerde einem da den Vogel zeigen. Es war eben eine Meisterleistung unseres Fahrers. Nun gut…. Jedenfalls mussten wir uns dann quer durch die die Wildnis kaempfen, zum Glueck hatten wir 4 Macheten dabei. Orginial-Kommentar von Johannes: “Ihr seid doch voellig bekloppt da durchzulaufen. Da wimmelt es nur so von Schlangen und Spinnen ey. Was man sich da alles holen kann!”

Wir sind trotzdem gegangen, immer 3 Leute voraus, die den Weg mit den Macheten freihackten, in der Hoffnung keinen Schlangen, Spinnen oder aehnlichen Lebenwesen zu begegnen. Im Nachhinein war es aber echt ne coole Erfahrung, so richtig abenteuerlich unterwegs zu sein. Jedenfalls erreichten wir dann nach etwa 2 Stunden voellig erschoepft (wir waren bei praller Sonne unterwegs), aber gluecklich den Krater des El Hoyo….

(Bilder dazu gibt es in der Rubrik “Bilder”)

 

18. aUGUST 2009

Erster Eintrag aus Nicaragua:

Hallo an euch alle in Deutschland!

Erstmal moechte ich mich entschludigen dafuer, dass ich bis heute noch keinen Eintrag hier gemacht habe, aber die letzten beiden Wochen waren teils ziemlich anstrengend, weil ich hier viele Sachen zu organisieren hatte und mir in meiner Freizeit erstmal die Stadt und die Umgebung anschauen wollte, anstatt mich gleich wieder vor den PC zu setzen.

Darueber hinaus moechte ich DANKE sagen all jenen, die fuer mich gespendet haben und mir somit diese Arbeit hier ermoeglichen!!! HERZLICHEN DANK!

So nun geht es aber los:

Vor genau 2 Wochen bin ich also nach 18 Stunden Reisezeit (Muenchen->Madrid, 2 Std Aufenthalt, dann 9,5 Std. Flug nach Miami, 3,5 Std Aufenthalt und nochmals 2,5 Std. Flug nach Managua) und 8 Stunden Zeitverschiebung in Managua, der Hauptstadt Nicaraguas angekommen. Als ich aus dem Flugzeug ausstieg kam mir erstmal ein schwuel warmer Lufthach entgegen und nun hatte ich begriffen, dass ich wirklich in Nicaragua angekommen bin. Vom Flughafen haben mich mit Ramón (unser Tutor), Sergio (Fahrer) und Vladi 3 Nicaraguaner abgeholt, weil es doch in der Nacht in Managua gerade fuer Weisse gefaehrlich werden kann. Im Projekt angekommen wurde ich dann herzlich von den anderen Freiwilligen, also Lena, Ophélie, Nina, Melanie, Patricia und Johannes willkommen geheissen (Tim und Kevin sind ja in Momotombo, demNachbardorf von La Paz Centro) und sind daher nicht gekommen.

Am folgenden Tag zeigte mir Melanie La Paz Centro und Plaetze, wo man sehr gut essen kann. Ach ja, derzeit lebe ich uebrigens noch im Projekt, da ich in die Gastfamilie von Johannes kommen werde, der am 29. September ausreisen wird. Und da nicht 2 Freiwillige in einer Familie leben duerfen muss ich eben noch ein bisschen warten.

Am Donnerstag dann bin ich mit Lena (sie reiste ungefaehr einen Monat frueher ein als ich), wir geben zusammen Unterricht in den Klassen, in die Klassen gegangen und ich habe ihren Unterricht verfolgt und mir ein Bild der Einrichtungen, Schueler und Lehrer vor Ort gemacht. Gleichzeitig haben wir von Ramón erfahren, dass wir nun nicht nur Englischunterricht sondern auch noch Sportunterricht geben werden (den Stundenplan als Foto seht ihr in der Rubrik "Bilder" bei Unterricht).

Am Freitag, also nur 3 Tage nach meiner Ankunft durfte ich dann schon ran: Bei grosser Hitze und in der prallen Stunde habe ich den Jungs von 8:40 Uhr bis 17:30 Uhr (2 Pausen von 11:35 - 14:15 und 15:00-15:15 Uhr) Sportunterricht gegeben. Zum besseren Kennenlernen lies ich sie Fussball spielen und kickte selbst auch etwas mit. Aber das ging ganz schoen an die Substanz bei der Hitze sag ich euch. Von der Schule nach Hause gekommen hatte ich nur kurz Zeit, mich zu duschen, denn wir wollten um 19.00 Uhr schon mit dem Bus in die Universitaetsstadt León aufbrechen, da dort ein "Fiesta de Reggeaton" (also ein Reggaeton-Festival) stattfand. Wir haben uns fuer eine Nacht in einem Hostel ein Zimmer gemietet fuer 60 Cordoba (entspricht 3 Dollar). Und dann wurde die ganze Nacht (also fast die ganze) gefeiert und getanzt...

Am Samstag sind die anderen, also Nina, Melanie, Patricia und ihr Freund Marvin, Johannes und Ophélie wieder nach La Paz Centro zurueckgefahren, waehrenddessen sich Tim, Kevin und ich entschlossen noch weiter in den Norden nach Poneloya an den Strand zu fahren.

Von León aus fuhren wir also mit dem Tica-Bus (also einem Ueberland-Bus) etwa eine 3/4 Stunde ueber Stock und Stein nach Poneloya. So war es geplant... Jedoch nahmen wir den falschen Bus, der uns dann irgendwo im nirgendwo absetze und wir am Strassenrand noch eine weitere Stunde ausharren mussten, bis der naechste Bus kam (gibt auch Fotos davon) Dann endlich erreichten wir nach etwas mehr als 2 Stunden unser Ziel und sichteten erstmal einige huebsche Maedels in Bikinis :-). Nachdem wir die Blicke letztendlich von ihnen wenden konnten, konnten wir den unglaublich schoenen Sandstrand bei strahlendem Sonnenschein bewundern. Dazu noch der ewig lange Horizont (hier haengt der Himmel nicht wie in Deutschland wie ein Glocke ueber einem). Ein tolles Panorama. Wir machten es uns dann erstmal in einer Strandbar gemuetlich, bei der man sich direkt am Strand auf einen Art Hochsitz setzen konnte und einem somit das Meer und der Strand zu im wahrsten Sinne des Wortes zu Fuessen lag. Dort oben liessen wir dann ein paar Stunden die Seele baummeln und genossen die Aussicht. Nach ein oder zwei Tona-Bieren und einigen Erinnerungsfotos machten sich Tim und Kevin auf ins Meer. Sie blieben jedoch nicht sehr lange denn die Wellen waren so stark, dass sie teilweise wie Streichhoelzer im Wasser umknickten. War schoen anzuschauen vom Strand aus. Danach ging Barfuss zurueck durchs ganze Dorf bis uns unser Bus entgegenkam. Erschoepft, aber gluecklich kamen wir dann gegen 18 Uhr wieder in La Paz Centro an.

(Bilder findet ihr ab Dienstag unter der Rubrik "Bilder)


Am Sonntag war dann erstmal Waesche waschen angesagt. PER HAND!!! Ich sag euch, das ist anstrengender als man vermutet...